• 04Dez

    Kulturelle Unterschiede

    Miami Florian

    Nachdem mein letzter Artikel ja hauptsächlich von meinem Leben in Miami handelt, will ich in diesem etwas auf die kulturellen Unterschiede (auch Miami-spezifisch) eingehen.

    Miami – eine multikulturelle Stadt

    Zuerst muss ich sagen, dass Miami NICHT typisch amerikanisch ist. Ganz im Gegenteil: Miami ist eine multikulturelle Stadt. Durch die Nähe zu Cuba war Miami schon immer bekannt für den großen spanisch-sprechenden Bevölkerungsanteil. Deswegen finden viele spanisch-sprechende Ausländer aus Mexiko, Südamerika usw. ihren Weg hierher – sie fühlen sich wegen dem Flair und der Sprache heimisch. In der Tat ist es so, dass in Miami wohl mehr Spanisch als Englisch gesprochen wird. Mir ist es schon einmal passiert, dass ein Verkäufer in einem Laden nur wenig Englisch sprechen konnte. Es war aber immer noch besser als mein Spanisch ;)
    Weil hier quasi jeder mit jedem lebt, gibt es auch kaum Rassismus. Ich hab mir aber sagen lassen, dass es in dieser Hinsicht in anderen Staaten der USA ganz anders aussieht. Macht auch irgendwo Sinn, da viele “Weiße” gegen Obama waren, weil sie Angst vor einer “Übernahme durch die Schwarzen” hatten. Hätte nie geglaubt, dass man an sowas denken könnte. Im Gegenzug erzählt mir allerdings eine Freundin, die “american history” als Vorlesung belegt, wo 20 Schwarze und 2 Weiße teilnehmen, dass selbst die Professorin sehr voreingenommen ist. Klingt teilweise echt unglaublich wie subjektiv sie anscheinend die Fakten der Geschichte beurteilt und auch als Tatsache hinstellt. Als Obama gewonnen hat, muss die ganze Klasse außer Rand und Band gewesen sein. Bei diesem Thema ist also immer noch Zündstoff vorhanden, was ich nicht gedacht hätte…

    Leute – sind die netter?

    So, dann hab ich mir noch “auch nicht netter als die Deutschen” aufgeschrieben. Klar, die Verkäufer usw. müssen hier alle lächeln und manchmal sagt ne Bedienung am Buffet “honey, sugerpie” etc. zu einem, aber im Großen und Ganzen find ich die Leute auch nicht netter als die Deutschen. In meinen Klassen bspw. sagt zwar jeder zu jedem: “hows it going?”, und jeder antwortet dann: “good”. Aber dann wird kaum mehr was gesprochen. In nur einer von 4 Klassen kenn ich mittlerweile mehr als eine Person etwas besser. In Deutschland wär das anders! Auch hab ich mittlerweile viele falsche/komische Menschen kennen gelernt. Scheint wohl ein special von Miami zu sein.

    Miami Beach, Key Biscaine und Paris Hilton

    Was mich zu einem anderen Thema kommen lässt: South Bitch. Zur Erklärung: Miami besteht hauptsächlich aus der großen Stadt incl. Miami downtown und dann gibt es noch 2 Küstengegenden; Miami Beach (eine Insel wenn ich mich nicht täusche) und Key Biscaine. Miami Beach ist berühmter, v.a. der südliche Teil davon, South Beach. Wenn wir nun am Wochenende in einen Club gehen, dann fahren wir meistens nach South Beach, weil dort das wahre Nachtleben von Miami stattfindet – Clubs ohne Ende und das einen Steinwurf weit vom Strand entfernt. Warum nennen wir (die internationals) nun South Beach “South Bitch”? Weil man mit viel genug Geld dort alles haben kann. Wenn man in den Clubs mit Geld um sich wirft, geht man bestimmt nicht alleine heim (ich versuchs immer noch ohne fuffies im club, keine Angst :) ) Es geht also sehr sehr oberflächlich zu. Wer kein Geld hat oder zumindest nicht so aussieht, der zählt nichts. Es ist schier unglaublich, wie die Mädels auf reiche Männer aus sind. Ein Erlebnis: wir kennen einen Promoter und kommen deshalb umsonst in einen der angesagtesten Clubs rein (nichts besonderes eigentlich). Deshalb haben wir 2 Mädels angesprochen, ob sie nicht mit uns umsonst reinkommen wollen, weil wir connections haben ;) und schon sind sie dagestanden und nicht mehr weg gegangen. Drinnen fragt eine von den 2en dann mehrere Leute von uns, ob wir nicht eine Flasche kaufen wollen?! (ca. 400 Dollar wenns reicht). Natürlich nicht!! Ihre Antwort: “come on, play big or stay home!”. Ok ok…10 Minuten später kommt sie wieder angedackelt und fragt, ob ich nicht für sie nen Drink an der Bar kaufen kann, weil sie die ID checken und sie sei erst 18 :D Ich hab gemeint: zahlen tu ich aber nicht dafür! Daraufhin drückt sie mir 40 Dollar in die Hand und sagt, sie wolle 2 shots Tequila. Ich dachte: 40 Dollar?? Zu viel. Aber: Preis für einen kleinen shot Tequila war: 14 Dollar :D hammer, echt…
    Weil wir grad bei den Clubs sind: derselbe Promoter ist auch Promoter für den Club “Karu&y“. Innerhalb von einer Woche waren dort: Akon hat sein neues Album vorgestellt, Timbaland und P. Diddy. Und diesen Samstag werd ich mit PARIS HILTON das Tanzbein schwingen ;) ach ja, Will Smith hat 1 km vom Campus entfernt seinen neuen Film vorgestellt. Leider hab ichs nicht gewusst, aber das zeigt einfach, dass sich viele Berühmte in Miami blicken lassen.

    Fast Food

    Ui ui ui…das wird ein langer Artikel. Egal! Nächstes Thema: fast food :) Klar, jeder weiß, dass fast food in den USA groß geschrieben wird. ABER ich hätte nicht gedacht, dass jeden Kilometer mindestens ein fast food Restaurant auf der Straßenseite auftaucht. Wahnsinn!! McDonalds, Burger King, Wendys, Arbys, Taco Bell, Subway, KFC, und noch ca. 10 mehr…….ist natürlich praktisch und bequem. Man hat Hunger, fährt 5 Minuten, isst 15 Minuten und schon ist man satt und kann wieder andere Sachen erledigen. V.a. ist es auch echt schwierig zu widerstehen, wenn man Hunger hat und die ganze Zeit an diesen blöden Restaurants vorbeifährt. Da muss man fast mal kurz einen Einkehrschwung machen. Mal etwas genauer. Case Study McDonalds im Vergleich zu Deutschland:
    1) billiger! an bestimmten Tagen gibts Burger für 60 Cent oder double cheesys für 1 Dollar.
    2) mehr chicken. Die Hälfte der Burger besteht aus Chicken-Burger.
    3) man wird von einem Meal nicht so satt wie in Deutschland. Keine Ahnung warum…
    4) ungesünder, da die burger trans fat und solche Sachen enthalten, die in Europa nicht erlaubt sind
    5) wie in jedem Restaurant ist Wasser umsonst –> Ein Burger für 3 Dollar (ohne Meal) ist gar kein schlechter Deal. Trinken bekommt man ja. In Deutschland muss man immer das Menü nehmen, weil man auch was zu trinken will. Das fällt dadurch weg. Überhaupt: Ich finde die “Waser-umsonst-Regel” und die “Refill-Regel” genial!!!

    Noch was: Taco Bell find ich super. Schmeckt gut, ist sehr billig. Ja…ok…ist auch ungesund. Aber als Alternative zu McDonalds usw. würd ich mir das in Deutschland definitiv wünschen!!

    Cheerleader

    Passt zwar grad nicht so rein, aber was ich mir noch mehr wünschen würde in Deutschland: cheerleader!!! Für die Mädels ein Vorbild, für die Jungs ein Hingucker bzw. Grund, um zu einem Spiel zu gehen…und sie sorgen echt für Stimmung. Was will man mehr?? Wie sie sich verbiegen und dann immer mit ihren Pom Poms wedeln…hach…leider hab ich noch keine von denen kennen gelernt.

    3 Punkte zum Schluss

    Jetzt hab ich noch 3 Punkte, die ich ganz kurz anreisse:
    1) große Autos: die meisten Leute fahren tatsächlich große, meist riesige, teilweise Monster-Autos. Der Auto-Geschmack des Normalos ist also komplett anders als in Europa!
    2) Ghetto: bin mittlerweile durch mehrere Ghettos mit dem Auto durchgefahren. Junge, da will ich nicht aussteigen. Eingestürzte Häuser und immer wieder schwarze Menschen in Gruppen/Gangs zu sehen. Wie gesagt: bloß nicht anhalten!
    3) als ich Miami als Wunschziel ausgewählt hab, dachte ich mir, dass ich dann leider das berühmte amerikanische Campus-Leben nicht erleben würde. Falsch gedacht! Der Campus ist etwa 25 Minuten von South Bitch entfernt und 10 Minuten von downtown. Liegt also etwas abgelegen in der Stadt. Außerdem ist er ziemlich groß. Ich verbring somit fast meine ganze Zeit “on campus” und bekomm das Campus-Leben vom Feinsten mit (das Leben in Miami leider nicht so…).

    That’s it guys. Mal keine Party-Geschichten etc., aber ich denke ganz interessant.
    Take Care
    its e miiiii
    -

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